Ich glaube nur an einen Gott

Und dieser Gott ist @derherrgott … und ich glaube nur an ihn, weil er selbst nicht an sich glaubt. Wer das besser verstehen möchte, konsultiere die göttliche Zentrale; von dort ausgehend wird der geneigte Leser mehr erfahren …

Nun hat mir @derhergott via Twitter kürzlich den Auftrag erteilt, einige Fragen zu beantworten. Da ich den Widerspruch “allwissend” vs. “neugierig” als schmunzelnd gläubiges Schaf akzeptiere UND heute auch noch der 29. Februar ist, hier meine Antworten auf die gestellten Fragen:

  1. Was war das Bekloppteste, das Ihr bislang träumen durftet?
  2. Welche Temperatur sollte Euer Essen im Idealfall haben?
  3. Welches Thema interessiert Euch weltweit von allen Nachrichten am Allerwenigsten und warum?
  4. Wen würdet Ihr zum Weltpräsidenten ernennen (mit Begründung)?
  5. Wenn Ihr ohne Einschränkungen finanzieller oder zeitlicher Natur ein Hobby ausüben könntet, was wäre das?

1. Beklopptentraum:

Als Kindergartenkind habe ich mal geträumt, dass ich auf Stegen, die zwischen himmelshohen hölzernen Türmen verlaufen, weite Strecken überwinden kann.

2. Essenstemperatur:

Perfektion: die selbstgemachten Wan-tans von @ne_ratte – gerade nachdem die Knusperwunder ihr überschüssiges Fritieröl auf Küchenkrepp abgelegt haben. Heissssss!

3. Nachrichtendesinteresse:

Jedwede Jammerbankernews.

4. Weltpräsident:

Nelson Mandela. Wer meint, es diskutieren zu müssen: erstmal seine Biographie lesen. Dann können wir uns unterhalten.

5. Hobby:

Ich fürchte, dann würde ich Dampflokomotiven sammeln und Kindern beibringen, damit zu fahren.

Damit genüge ich meiner göttlichen Berichtspflicht – und sprenge die Kette.

<verneig>

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Gedankenhalde 2001 … 14

reisen öffnen ungeahnte fenster

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Krawatte, 20, sucht hageren Angestellten

Casino Wiesbaden, 1998

Ein Besuch in der Wiesbadener Spielbank

“Personalausweis bitte!” – Pause – “Ihr erster Besuch hier?”
Der Mann, der hinter der Theke sitzt und mich über seine reichlich aus der Mode gekommene Brille hinweg kurz aber präzise ansieht wie ein Zöllner stellt seine übliche Frage.

Es ist der erste Besuch: “Ja.” – “Fünf Mark, bitte”.

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Gedankenhalde 2001 … 13

wenn tag und nacht die plätze tauschen
kriechen die gedanken aus ihren höhlen
hüllen den alltag in den feuchten nebel
der ratlosigkeit, der entschlüsse und der veränderung

glücklicherweise weht der erneute tausch
von tag und nacht den nebel wieder fort
und der morgendliche neubeginn vernebelt
die entschlüsse und die ratlosigkeit vor dem tausch

bis der letzte tausch vollzogen ist.

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Gedankenhalde 2001 … 12

ein tag ohne dich
ist ein tag
an dem ich mich
ein wenig mehr
auf dich freue.

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Hamburg-Mannheimer … mehr vom Leben!

Eigentlich wollte ich die der Prostitution frönenden Versicherungsvertreter ihrer armseligen Wege ziehen lassen … aber seit ich heute eine offizielle Stellungsnahme der ERGO zu einem Teilaspekt einer ähnlich unsäglichen Veranstaltung auf Malle gelesen habe, muss ich mein Schweigen brechen:

Liebe ERGO, ihr gebt gerade sehr viel Geld dafür aus, euch als “andere” Versicherung in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Darf ich euch ein Geheimnis verraten? Mit den aktuell bekannt gewordenen “Enthüllungen” (sic!) habt ihr einen Großteil des zu diesem Zweck aufgewendeten Geldes offiziell verbrannt. Habt ihr schon viele Dankschreiben eurer Kunden erhalten?

Ein Tipp:

Beginnt BLITZARTIG ultratransparent zu machen, wieviele dieser beeindruckenden FreePopping-Veranstaltungen für frustrierte Klinkenputzer ihr veranstaltet habt – oder packt einfach direkt ein.

Und noch ein Tipp:

Gebt der armen Pressesprecherin, die ihr Gesicht dafür hergeben musste, der Welt zu erklären, dass man das Salz zum Tequila SCHNUPFT, die ganze Kohle, die ihr in den nächsten 10 Jahren für solche Veranstaltungen eingeplant hattet. Sie hat jeden Cent davon sauer verdient.

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Gedankenhalde 2001 … 11

ich betrete den fahrstuhl

ein mann eilt mir hinterher,
schlüpft durch die sich schließenden türen.

draussen, im rollstuhl sitzend, schlägt die freude
meiner großmutter in tränen um,

die türen schließen sich abermals.

„sie werden geliebt“, sagt der fremde mann zu mir.

„ja“ stimme ich erstaunt zu, „das stimmt.“

wir wünschen uns einen schönen abend und trennen uns.

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Gedankenhalde 2001 … 10

gelebtes vertrauen
erträgt kritik
duldet offenheit
bereichert dadurch
und spendet neue kraft

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Aufstand der Kalbshirne?

Würzige Luft. Auf jeden Schritt achten. Lustige Geräusche: Ferien auf dem Bauernhof.

Ständig werden Kälber geboren. Und das wird allseits geübt-technisch abgewickelt. Die betroffene Kuh stapft wiederkäuend umher, kippt um und presst das Kalb heraus. Der Bauer kommt, bindet einen Strick um einen Huf des Kälbchens und zieht. Kontrollblick: Milch oder Fleisch?

Die Kuh rappelt sich, schlotzt das Neugeborene ab, das sich seinerseits auf die Beine stellt. Kurz drauf kehrt der Landwirt zurück und steckt das neue Kalb in einen hüfthohen Drahtkäfig von zwei mal einem Meter Fläche.

Tag 1: Das Kalb starrt.

Tag 2: Das Kalb versucht herumzubockeln. Da es selbst ungefähr 80cm lang ist, kann im Drahtverhau nicht viel Bockelei stattfinden.

Tag 3: Der Lkw kommt und holt die neuen Kälber mit dem falschen Geschlecht (= Fleisch) ab. Das falsche Geschlecht erspart dem Tier, weswegen ich hier schreibe:

Die weiblichen Kälber stehen weiterhin in den Boxen herum. Kaum auf der Welt, sehen sie sich auf zwei Quadratmeter begrenzt. Das macht man wohl, damit kein Bezug zur Mutter entsteht. Zwei Quadratmeter, hinter denen nur braun lasiertes Holz sichtbar ist. Ab und zu kommt jemand vorbei und füllt den Milcheimer. That was it.

Und was passiert in diesem Kalbshirn?

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Wege – Ziele – Lebenserfahrungen

Gestern wollte ich meiner blechernen Lust nachgehen und mir ein Auto ohne Dach anschauen. Welch’ lehrreichen Werkstattbesuch sollte ich vor mir haben …

Da ich soetwas schon öfter gemacht habe, weiß ich, dass es stets besser ist, sich gebrauchte Autos möglichst nicht alleine anzusehen. Idealerweise sollten sich die visuellen und kommunikativen Kompetenzen der beteiligten begutachtenden Personen möglichst nicht allzu sehr überschneiden; auf diesem Weg können viele Eindrücke in kurzer Zeit in die Bewertung aufgenommen werden.

Kurz und gut; ich wusste einen Nachbarn und Kenner der betreffenden Fahrzeuge an meiner Seite, der sich glücklicherweise Zeit für mich nahm. Denn so wurde aus dem Ausflug eine gemeinsame Lebenserfahrung – und es blieb keine reine Zeitvergeudung.

Konkret wollte ich mir dieses Auto genauer anschauen:  Continue reading

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